Abzocke: Witwer abgezockt

Naive Senioren: Witwer ausgespäht und abgezockt

Der Ruhestand war so schön geplant. Dann kam seine Frau bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben. Hubert K., wohnhaft in einer schönen Villenlage im Süden Münchens, war nun schon etwas mehr als ein Jahr verwitwet.

Kontaktanzeige für neues Liebesglück?

Hubert K. feierte gerade seinen 65. Geburtstag, als er beschloss, zwecks Partnersuche eine Kontaktanzeige zu schalten. Da er ein konservativer und bodenständiger Mensch war, kam für ihn nur die Süddeutsche Zeitung in Frage. "Internet, des meng mer net", dachte er auf gut bayrisch.

Kontaktanzeige zunächst ohne Erfolg

Etwa zwei Wochen nachdem die Anzeige erschienen war, hatte er einige Anrufe von Frauen erhalten und auch schon drei Frauen getroffen. Die erschienen ihm aber alle "überkanditelt" (aufgemotzt, aufgetakelt) und hatten in seinen Augen zu hohe Ansprüche ans Leben. Bei allem Wohlstand, ist er ein bescheidener Mensch, der auf übertriebenen Luxus wenig Wert legt.

Liebe Frau meldet sich auf Kontaktanzeige

Die Hoffnung auf weitere Kontakte gab er schon fast auf, als sich eine liebe Frau, Ende Vierzig, auf seine Kontaktanzeige meldete. Sie war zwar eine Russin, aber sie machte einen ganz vernünftigen Eindruck, sprach gut deutsch, lachte herzhaft und so verabredete man sich in einem Café in der Münchner Innenstadt.

Sympathie und Anziehung beim ersten Treffen

Die beiden waren sich auf Anhieb sympathisch, also lud Hubert K. die russische Frau für den kommenden Samstag zu sich zum Kaffee ein.

Hubert K. gehört zu der Generation Mann, die von Haushaltsführung keine Ahnung hat. Dafür war ja seine Frau verantwortlich. Er kam zwar zurecht, aber seit dem Tod seiner Frau führte er einen richtigen Männerhaushalt. Seine Tochter schaute zwar gelegentlich nach dem Rechten, aber das war ihm gar nicht so recht, weil die hatte auch eine fünfköpfige Familie zu versorgen. So hatte er immer ein schlechtes Gewissen, wenn seine Tochter wieder mal bei ihm im Haushalt Hand anlegte.

Umso erfreuter war er als Olga, so war der Name seiner neuen Freundin gleich nach dem Kaffee trinken - einen selbstgebackenen Kuchen, Original russisches Rezept von Großmuttern, hatte sie übrigens auch dabei - den Abwasch erledigte, die Küche aufräumte und nebenbei auch gleich alles gründlich blitzblank putzte. Hubert K. war begeistert, er sagte zwar, dass sie das nicht machen müsste, aber insgeheim war er richtig glücklich über seine neue Bekanntschaft mit Olga. Zumal die ihn offensichtlich auch sonst als attraktiven Mann ansah, der er ja auch war. Sie wurden zwar nicht wirklich zärtlich an diesem zweiten Tag; einem zarten Abschiedskuss war Olga allerdings nicht abgeneigt.

Professionelle Abzocke von Ex-Prostituierten

Nach einiger Zeit, Olga hatte das Vertrauen von Hubert K. und auch von dessen Tochter erworben, begann die krasse Abzocke: Pfandbriefe, Bundesschatzbriefe, das kleine Aktiendepot alles benötigte Olga für die kranke Mutter in Rußland, die dringend operiert werden musste. Aus Liebe nahm Hubert K. eine Hypothek auf sein schuldenfreies Haus auf und überwies insgesamt mehr als 200.000 Euro nach Russland.

Perfekt organisierte Heiratsschwindler

Als nichts mehr zu holen war, verschwand Olga auf Nimmerwiedersehen. Einige Wochen später, als dann auch noch in sein Haus eingebrochen wurde und alle Wertsachen, auch aus dem Tresor, entwendet wurden, stellte sich heraus, dass Hubert K. einer polizeibekannten professionellen Organisation von russischen Heiratsschwindlern aufgesessen war. Die zwangen alternde Prostituierte gutgläubige ältere alleinstehende Menschen, meist Witwer auf Partnersuche, auszuspähen und abzuzocken.

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