Fluchtpunkt Thailand

Fluchtpunkt Thailand

Paradiesische Zustände für Vorbestrafte und per Haftbefehl Gesuchte gehören in Pattaya der Vergangenheit an, da Thailand, um seinen guten Ruf und sein Image besorgt, intensiv mit BKA, Interpol und anderen Polizeibehörden weltweit kooperiert.

Thailand kooperiert mit BKA und Interpol

Bis vor wenigen Jahren war Thailand noch ein Paradies für Vorbestrafte oder per Haftbefehl Gesuchte: Sie flüchten vor Polizei und Justiz nach Thailand im Glauben, hier untertauchen und so Strafverfolgung oder Haftstrafe entgehen zu können. Thailand, vor allem Pattaya, war seit Jahrzehnten das Rückzugsgebiet für Straffällige aus allen Kontinenten.

Jede Woche Festnahme von Ausländern in Thailand

Fast jede Woche berichten lokale Medien in Thailand über die Festnahme eines in seinem Heimatland gesuchten Ausländers. Verbesserte Datenerfassung und Sicherheitsssysteme bei Ein- und Ausreise sowie global vernetzte Computersysteme ermöglichen effiziente Fahndungsmethoden, dank derer die meisten per Haftbefehl Gesuchten gefasst werden.

Datenbanken und globale Vernetzung

Noch vor wenigen Jahren gab es kaum Kontrollen von Polizei und Immigrationsbehörden. Gefälsche Pässe und Aufenthalte mit abgelaufenen Visa waren an der Tagesordnung. Auch dank der verbreiteten Korruption konnte man gut untertauchen.

Dies hat sich geändert: Residente Ausländer müssen sich plötzlich ausweisen, Straßenkontrollen sind an der Tagesordnung und auch in Bars, Pubs oder Discos kontrollieren die Beamten Pässe und Visa. Ohne gültiges Visum gehts gleich mit auf die Wache und dann in Abschiebehaft.

Natürlich ist nicht jeder, der gerade keine gültigen Papiere mit sich führt, gleich ein Verbrecher. Auf Kapitalverbrecher trifft Pattayas Polizei ohnehin so gut wie nie. Den gesuchten Ausländern werden meist Delikte wie Betrug, Urkundenfälschung, Unterschlagung, Diebstahl, schwere Körperverletzung, aber auch sexueller Missbrauch von Kindern zur Last gelegt.

Sextouristen in Thailand unerwünscht

Wer als Sextourist nur wegen der Nutten nach Thailand fährt, der ist im Land zumindest offiziell unerwünscht. Und wenn er dann auch noch mit Kindern, die sich prostituieren, ins Bett steigt, dann steht er auf der Abschussliste und zwar in Thailand wie auch in seinem Heimatland: Seit Anfang 2006 wird auf Initiative des BKA sexueller Missbrauch von Kindern und die Herstellung kinderpornografischen Materials durch Deutsche in Thailand verstärkt bekämpft. Bekannt gewordene Täter werden in Thailand und Deutschland strafrechtlich verfolgt.

Zu hohe Erwartungen an Strafverfolgung?

Bei diesen sogenannten exterritorialen Verbrechen sind die von der deutschen Botschaft in Bangkok aus operierenden BKA-Beamten allerdings vielen Schwierigkeiten ausgesetzt, da es in Thailand kein Gesetz gibt, das der deutschen Polizei erlaubt, selbst in Thailand zu ermitteln. Das BKA muss somit in jedem Einzelfall um Amtshilfe bitten und auf Motivation, Kooperation und Einsatzwillen der lokalen Polizei hoffen. In der Vergangenheit lagen aufgrund weit verbreiteter Korruption genau hier unlösbare Probleme, die häufig Fahndungserfolge vereitelten.

Prävention in Thailand

Mit dem boomenden internationalen Tourismus ging ein Boom der Kinderprostitution einher, der zunächst von den Verantwortlichen nicht wirklich als Problem erkannt und dann auch nur zögerlich angegangen wurde. Trotz mittlerweile verstärkter Anstrengung von Polizei, Jugend- und Sozialbehörden sowie von privaten Stiftungen werden Mädchen und Jungen immer noch in grosser Zahl sexuell ausgebeutet und zwar, das muss aus Gründen der Objektivität gesagt werden: Von Thais ebenso wie von ausländischen Touristen.

Auf Initiative der Regierung in Thailand haben die Behörden schon vor einigen Jahren präventive Maßnahmen ergriffen: Aufklärungsarbeit an Schulen, ebenso wie Aufklärung Erwachsener, besonders in abgelegenen Dörfern - die Eltern müssen Ihre Kinder in weit entfernte Schulen schicken und die Kinder leben dann bestenfalls bei einem nahen Verwandten in der Stadt - über die Problematik der Prostitution, samt sozialer und moralischer Verelendung, DrogenMissbrauch, Gesundheitsrisiken und was alles sonst noch damit einhergeht.

Tourismus und Kinderprostitution

Wer in den einschlägigen Rotlichtzonen Thailands nach Minderjährigen Ausschau hält, stößt zunächst auf eine Mauer des Schweigens. Doch Pädophile wissen ohnehin, wo die Treffpunkte und Anlaufstellen in Pattaya sind.

Tourismus ist nicht ursächlich verantwortlich für Kinderprostitution. Touristen kommen allerdings in Ländern wie Thailand oder Kambodscha leichter an Sex mit Minderjährigen als in der Heimat. Dem pädophilen Täter ist ebenso wie dem erlebnisorientierten Heterosexuellen, der das ultimative Erlebnis sucht, vollkommen klar, dass er dabei kriminelle Handlungen begeht. Genau deshalb sucht er Gebiete wie die Philippinen, Sri Lanka, Thailand, Brasilien, Kenia oder Kambodscha, wo er vermeintlich sicher ist und seine Nachfrage schnell und billig befriedigt wird.

Nach Einschätzung von Interpol wird in Kinderprostitution und Kinderpornografie mehr Geld umgesetzt als mit Drogen- oder Waffengeschäften.