Liebesehen verursachen Scheidungen

Scheidung und Rosenkrieg, nicht in Asien

Scheidungen einer deutsch-asiatischen Ehe sind absolut selten. Statistisch gesehen beträgt die Häufigkeit nur etwa ein Fünftel der Scheidungen deutsch-deutscher Ehen.

Traditionen verleihen der asiatischen Ehe Bestand

Egal welcher Religion Ihre künftige asiatische Frau angehören mag, die traditionellen und religiösen Bindungen sowie der traditionelle Wert der Familie verleihen Ehen in Asien einen Bestand, den wir in Europa schon lange nicht mehr kennen. Als Ursache für Rosenkrieg und Scheidung in Europa mag eine Erfindung des europäischen Bürgertums angesehen werden: Die Liebesehe.

Die Liebesehe des europäischen Bürgertums

Das aufstrebende Bürgertum des 18. Jahrhunderts in Deutschland und in Europa versuchte erstmals Liebe, Sexualität, Ehe und häusliches Zusammenleben zu verbinden. Die romantische Liebe wurde zum einzig gültigen Anlass und Motiv einer Ehe.

Bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde die Liebe mit der Ehe und mit der Sexualität als unvereinbar erklärt. In aristokratischen Kreisen waren bei einer Heirat immer Machterhalt und -ausweitung sowie dynastische Überlegungen ausschlaggebend für die Wahl der Braut. Sexualität und Liebe wurden ausserhalb der Ehe bei Mätressen, Kurtisanen und dem Dienstpersonal gesucht. In den Unterschichten war die Ehe eine bloße wirtschaftliche Notgemeinschaft, in der für Liebe nur selten Platz war.

Es dauerte lange - bis ins beginnende 20. Jahrhundert - bis sich die bürgerliche Liebesehe mit ihrer Dreifaltigkeit von Liebe, Ehe und Sexualität durchsetzte. Dies hatte weitreichende gesellschaftliche Konsequenzen:

Sinkender Einfluss der Eltern und der Verwandtschaft

Der Einfluss der Eltern und der weiteren Verwandten auf die Partnerwahl nahm sukzessive erheblich ab. Wenn eine Ehe auf Liebe begründet wird, liegt die Wahl des Ehepartners bei den Eheleuten. Die Eheschließung, und auch das Eheleben selbst, wurden immer mehr zur Privatsache der Eheleute.

Dahinschwindende Macht der Kirchen

In Folge ging logischerweise auch der Einfluss der Kirchen auf das Eheleben immer stärker zurück. Vorehelicher Geschlechtsverkehr, Pille und andere Formen der Empfängnisverhütung oder Scheidung - kaum einer schert sich heutzutage noch um diese der Kirche so wichtigen Anliegen.

Das Patriarchat war nun überlebt

In Folge der Liebesehe wurde die Position der jungen Frauen gegenüber jungen Männern gestärkt. Männer müssen nun werben, um die Liebe der Frau zu gewinnen. Eine Liebesehe ist mit den herkömmlichen patriarchalen Ehevorstellungen unvereinbar, beruht sie doch auf Liebe, Gegenseitigkeit und Respekt. Mit der Erfindung der bürgerlichen Liebesehe wurde langfristig das Ende des Patriarchat eingeläutet.

Ehescheidung wurde gesellschaftsfähig

Eine weitere logische Konsequenz der Liebesehe war, dass nun auch eine Scheidung nicht nur möglich, sondern auch gesellschaftsfähig sein musste. Wenn die eheliche Liebe Fundament einer Ehe ist, wird die Ehe sinnlos, wenn die Liebe stirbt oder enttäuscht wird ist. Mit dem Prinzip der bürgerlichen Liebesehe musste auch die Legitimität einer Ehescheidung akzeptiert werden. Die zunehmende Scheidungshäufigkeit lässt sich deshalb als soziale und gleichermaßen logische Konsequenz des Triumphs der Liebesehe und zugleich als Spiegel der Unfähigkeit der Ehepartner eine tragbare Grundlage der Ehe jenseits der Liebe aufzubauen, interpretieren.

Versorgungsansprüche machen Scheidung lukrativ

Je nach den Umständen des Einzelfalls machen die Versorgungsansprüche unseres modernen Rechtsystems eine Scheidung lukrativ - nicht nur für die Anwälte -, sondern gerade auch für einen der beiden Ehepartner. Der frühere Zweck einer Ehe, die Not- und Solidargemeinschaft, hat sich in das Gegenteil verkehrt: Häufiger als gedacht werden Ehen aus bloßem wirtschaftlichen Kalkül geschlossen und bald wieder geschieden. Im deutschen Strafrecht fehlt der Straftatsbestand der Eheerschleichung oder Liebesvorspiegelung - ähnlich dem der Vorspiegelung falscher Tatsachen.

In Asien werden Ehen von der Familie arrangiert

Liebesehen sind in Asien überhaupt kein Thema. Das Schlimmste, was einem Asiaten passieren kann, ist sein Gesicht und damit seine Ehre und sein Ansehen zu verlieren. Da Ehen in Asien von der Familie arrangiert werden, verlieren im Fall der Scheidung gleich mehrere Personen ihr Gesicht: Die Eltern genauso wie die Eheleute, oft auch noch weitere Mitglieder der Verwandtschaft, ebenso wie Vermittler, die den Kontakt zwischen den Familien hergestellt haben. Eine Scheidung ist in Asien nach den traditionellen Werten, die auch heute selbst in Großstädten noch gelebt werden, somit undenkbar.

Asiatinnen würden um das Familienglück kämpfen

Das Familienglück ist der höchste Wert, den eine Asiatin verlieren kann. Droht die Ehe in eine Krise zu geraten, würde sie kämpfen und alles tun, um den glücklichen Fortbestand der Ehe zu sichern. Die wenigen Scheidungen deutsch-asiatischer Ehen gehen nebenbei bemerkt meistens vom deutschen Ehepartner aus.

Vielleicht erschließt sich uns in diesem Zusammenhang der Sinn des Wortes "Familienglück", das fast jede Asiatin als wichtigstes Ziel Ihrer Ehe und Ihrer Zukunft nennt und das auch oft in asiatischen Kontaktanzeigen zu finden ist.