Blog: polyamore Liebesbeziehungen

Die emotionale Seite von polyamoren Liebesbeziehungen

Polyamore Menschen empfinden die Polyamory, oder auch Polyamorie als Schlüssel für glücklichere Liebesbeziehungen und zu mehr Freiheit in der Liebe, wobei Sexualität nicht im Vordergrund stehen muss. Liebesbeziehungen zu mehr als einem Menschen zur gleichen Zeit zu haben, mit vollem Wissen und Einverständnis aller beteiligten Partner, das ist Polyamorie.

Polyamorie fordert Toleranz und Transparenz

Polyamory, oder eingedeutscht Polyamorie, ist ein Oberbegriff für die Praxis, gleichzeitig Liebesbeziehungen zu mehr als einem Menschen zu haben. Im Gegensatz zum Fremdgehen geschieht dies bei polyamoren Beziehungen mit der Einwilligung sämtlicher Beteiligten. Ehrlichkeit, Offenheit und Transparenz sind ebenso gefordert wie Toleranz und Verzicht auf jegliche Besitzansprüche. Volles Wissen und Einverständnis aller beteiligten Partner ist damit Voraussetzung für funktionierende polyamore Beziehungen. Polyamorie ist im Unterschied zur oft patriarchalischen Polygamie mancher Gesellschaften keine gesellschaftlich anerkannte Institution, sondern eine Subkultur der Liebesbeziehungen zwischen Menschen.

Viele Menschen leiden in einer festen Partnerschaft. Besitzansprüche und Eifersucht zerstören viele Liebesbeziehungen. Der erotische Spannungsbogen lässt mit den Jahren nach, man lebt nur noch so nebeneinander her und plötzlich bemerkt man, dass man sich entliebt und womöglich neu verliebt hat. Die hohe Scheidungsrate ist Ausdruck dieser Beziehungsprobleme. Polyamore Menschen - wir sprechen sowohl von Dreier-Beziehungen wie auch von Beziehungen von fünf oder mehr Menschen untereinander, die sich alle kennen und lieben und teils unter einem Dach leben - erleben in ihren Beziehungen ebenfalls ein kommen und gehen von Partnern. Doch erlebt kaum ein polyamorer Mensch den totalen emotionalen Absturz, wie es bei Trennung bzw. Scheidung eines konventionellen Paares die Regel ist. Die liebende Gemeinschaft gibt emotionalen Halt.

Emotionen in Polyamory und festen Partnerschaften

Ist damit das polyamore Lebensmodell herkömmlichen festen Partnerschaften überlegen? Natürlich nicht unbedingt, denn die meisten Menschen können es sich eben nicht vorstellen den geliebten Menschen zu teilen und nehmen lieber ohne sich groß Gedanken zu machen die Risiken und Nebenwirkungen auf sich: Gelegentliches Fremdgehen kann doch nicht so schlimm sein, oder?
Die Polyamorie verlangt viel von allen Beteiligten und macht das Leben im Alltag nicht unbedingt einfacher: Es kann schnell zu Verletzungen und Missverständnissen kommen. Emotionen kommen auch oder gerade auch in polyamoren Lebensmodellen hoch. Spielregeln müssen immer wieder diskutiert und bei Bedarf angepasst sowie respektiert werden und zwar von jedem und in jeder Situation. Das kann manchmal schwierige Prozesse in der polyamoren Beziehung auslösen. Hilfreich ist dabei: Es geht nicht um schnellen Sex - der Swingerclub ist damit meist tabu - sondern um langanhaltende und erotische Liebesbeziehungen, um tiefe emotionale Bindungen auf der Basis von Vertrauen und Respekt.