Farang in Thailand

Thailands Ausländer - die Farang

Schon viele Farang, die das Dorf ihrer Freundin in Thailand besucht haben und eine Weile dort gelebt haben, waren sehr beeindruckt von der vollkommen anderen Lebensart der Menschen in Thailand. Viele sind so positiv gestimmt, dass sie ernsthaft überlegen auszuwandern. Der andere Lebensrhythmus, die allgemein freundlichen Menschen mit ihrer meist herzlichen Art lassen ihn überlegen, sich in Thailand zumindest ein Zweitdomizil oder einen Altersruhesitz zu suchen. Oder sollte er sich dort sogar ganz niederlassen? Dabei muss man sich als Farang ein paar Dinge vor Augen führen.

Bedeutung des Begriffs "Farang"

Was bedeutet eigentlich "Farang", ist das eine abwertende Bezeichnung für Ausländer? Ein Farang ist ein westlicher Ausländer mit heller Haut, egal welcher Nationalität. Vor 300 Jahren hatten die Thais den ersten Kontakt mit Europäern; es waren die Franzosen, die später auch die Nachbarstaaten Laos und Kambodscha kolonisierten. Thais können "Francais" nicht aussprechen, es entstand "Farangcais" und die Abkürzung Farang. Das Wort Farang ist wertneutral, ist also nicht herabsetzend. Solange der Thai nicht weiss, wie der Fremde heißt, und woher er kommt, wird er ihn immer Farang nennen.

Der Farang wandert aus, lebt in Thailand

Die Menschen auf dem Dorf in Südostasien sind Fremden gegenüber recht tolerant eingestellt. Allerdings erwarten die Thais schon, dass sich der Farang, der dauerhaft bleiben möchte, an die Sitten und Gebräuche zumindest soweit anpasst, dass er sie respektiert. In Deutschland gibt es dazu die Diskussion über den Begriff "Leitkultur". Auch wir erwarten, dass sich Ausländer, die in einem Dorf in Deutschland leben, zumindest soweit an unseren kulturellen Kontext anpassen und diesen respektieren, dass wir uns dabei noch wohl fühlen. In großen Städten, auch in Thailand, mag es etwas anders aussehen

Also wird das Verhalten jedes Farang, der über längere Zeit auf dem Dorf mit seiner Thaifrau zusammenlebt, etwas genauer unter die Lupe genommen. Die Thailänder wollen schließlich wissen, was sie von dem Farang zu halten haben. Benimmt er sich wie ein Elefant im Porzellanladen, verlieren die Thais bald die Achtung vor ihm und betrachten ihn als "Farang kie nok", als "heruntergekommenen Farang ohne Gesicht".

Anstandsregeln für den Farang in Thailand

Was also sollte der Farang beachten, der nach Thailand auswandern möchte, regelmäßig in Thailand überwintern will oder in Thailand mit Geschäftspartnern Verhandlungen führen möchte, ...?

  • Will der Farang längere Zeit mit den Thais gut auskommen und mit ihnen leben, dann muss er die grundlegend verschiedene Einstellung der Thais zu den alltäglichen Dingen des Lebens akzeptieren. Er sollte sich hüten, seine vermeintliche Überlegenheit zu zeigen oder gar arrogant und besserwisserisch zu wirken.
  • Den allgegenwärtigen Glauben an die Geister zu akzeptieren, ist die erste und vielleicht wichtigste Aufgabe des Farang. Thais rufen bei jeder möglichen Gelegenheit die Geister oder bringen ein Opfer dar. Der richtige Umgang mit den Geistern ist Alltag, wie essen, duschen und schlafen. Die Geister können Spott oder Herabsetzung übel aufnehmen, und sich am Farang und auch an den Menschen, mit denen er zusammenlebt, rächen. Der Geisterglaube gibt den Thais Sicherheit. Lassen Sie Ihren Thaifreunden diese Lebenssicherheit.
  • Wenn der Farang seine Frau und seine Kinder und die Menschen im Dorf vor erzürnten Geistern schützen will, muss er die Geister akzeptieren; er muss ja nicht wirklich an sie glauben, sollte sich aber hüten dies allzu deutlich zu zeigen. Letztendlich schützt der Farang sich selbst, wenn er in angemessener Weise den Geisterglauben und die Geisterverehrung respektiert.
  • Die Einstellung der Thais zum Geld unterscheidet sich vollkommen von der unseren: Obwohl nach unseren Begriffen meist bettelarm, geben sie das bischen Geld, das sie irgendwie verdienen, sofort wieder aus. Die Thais verstehen die westliche Art Geld zusammenzuhalten und zu vermehren als Geiz. Mit Geld sollte man sich oder anderen eine Freude machen. Wer weiss, ob man morgen noch lebt, gesund ist, oder ob das Geld schon abhanden gekommen ist? Im Alter vom Ersparten leben zu wollen, wird auf vollkommenes Unverständnis stoßen.
  • Unser Arbeitsrythmus, 5-6 Tage pro Woche arbeiten und nur gelegentlich Urlaub machen, damit man es zu was bringt und sich wohlfühlt, kann man kaum einem Thai begreiflich machen. Gearbeitet wird dann, wenn das Feld bestellt werden muss, oder ein Kunde etwas bestellt hat. Hat man dann etwas Geld in der Tasche, wird solange nicht gearbeitet, bis das Geld ausgegeben ist.
  • Thais weichen unangenehmen Dingen gerne aus und vermeiden Konflikte soweit es irgendwie geht. Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit auszutragen, ist vollkommen undenkbar. Wer dies tut, verliert sein Gesicht. Farangs neigen allzu leicht dazu ihren Ärger zu zeigen oder irgendetwas zu kritisieren. Der Thai vermeidet aus Höflichkeit etwas direkt abzulehnen oder zu verneinen. Ein Thai, nach dem richtigen Weg gefragt, wird vermutlich eher einen falschen Weg angeben, bevor er zugibt, den Weg nicht zu kennen. Man wird selten von einem Thai eine Absage zu hören bekommen, selbst wenn es ihm unmöglich ist, der Bitte zu entsprechen.
  • Ausflüchte, Nichtstun oder hinhaltendes Verhalten als Lüge oder Unwillen zu bezichtigen, ist das Ungeschickteste, was der Farang dann tun kann. Der Thai wird ihm glaubhaft versichern, dass eine erwartete Ersatzteillieferung jeden Tag hätte kommen müssen, dass er dann die versproche Sache sofort erledigt hätte. Möglicherweise wird er den Farang zu einem Altar führen und ihm eine Opfergabe für die die Götter zeigen, mit der er versucht, die Götter gnädig zu stimmen, das Problem der nicht vorhandenen Ersatzteile zu lösen.
  • Der Farang, der eine lang ersehnte Dose Deutscher Leberwurst unversehrt per Post erhalten hat, und diese in den Kühlschrank legt mit den Worten, dass diese deutsche Delikatesse ausschließlich für ihn persönlich bestimmt ist, erntet Misstrauen und wird womöglich als Dieb am gemeinsamen Eigentum betrachtet. Thais leben oft ihr ganzes Leben mit anderen Menschen in einem Zimmer. Privatshäre oder Privateigentum ist ihnen fremd. Alles was vorhanden ist, ist für jeden da, auch für die Geister.
  • Eine den Erfordernissen der Situation entsprechende möglichst ordentliche Kleidung gehört zu dem, was in Asien allgemein mit dem Begriff "Gesicht" gemeint ist, und "Gesicht" ist in Thailand alles. Helfen Sie bei der Feldarbeit, so ist ein Schlips sicher nicht erforderlich, aber eine ordentliche, saubere Hose und ein Poloshirt, nach Möglichkeit ohne Löcher würde Ihnen als reichem Farang -und Sie sind reich; jedenfalls in den Augen der Thais- gut zu Gesicht stehen. Jeder Büroangestellte in Bangkok, egal wo er arbeitet, kommt in Schlips, langärmligem Hend und, wenn es irgendwie geht, mit einem Jacket zur Arbeit. Wer sich ordentlich anzieht, zeigt damit auch, dass er ein höflicher Mensch (khon suparp) ist. Durch eine ordentliche Kleidung bekommt man nicht nur selber "Gesicht", sondern zeigt auch seinen Kollegen und Kunden, dass man sie respektiert. Der residente Farang, der etwas auf sich hält, trägt zu geschäftlichen Anlässen immer Anzug und Krawatte, auch wenn es noch so heiss ist.
  • Thais denken bei all ihren Handlungen vor allem an den Augenblick und an ihr "Gesicht". Kurz- oder gar längerfristige Folgen sind den Thais nicht wichtig. Sie werden ihr Handeln danach ausrichten, was ihnen "Gesicht" verleiht, nicht unbedingt nach dem, was logisch wäre.

Thai ist sehr leicht zu erlernen

Wenn man nicht gerade ein Einsiedlerdasein führen will, gehört es dazu, dass man sich bemüht die Sprache zu erlernen. Thai ist sehr leicht zu lernen, schwieriger wird es mit der Schrift. Die gesprochene Alltagssprache ist einfach, sie hat kaum grammatikalische Regeln, man reiht einfach Wort für Wort hintereinander, und mit ein paar hundert Worten kann man sich als Farang schon gut unterhalten.

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